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Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (ANTS)

ANTS-Einheit

Die beschriebene Ausarbeitung basiert auf dem Einsatzkonzept „Atemschutz-Notfall Teil 1 und 2“ der Feuerwehr Langen welches das Thema Atemschutznotfall ganzheitlich betrachtet. Die beschriebenen Vorhaltungen, Taktiken und Handlungsweisen, insbesondere die der ANTS, sind in einer mehrjährigen Entwicklungsphase erhoben worden und gelten in dieser Form ausschließlich für die Feuerwehr Langen. Zusätzlich zeigen die hier aufgezeigten Beschreibungen nur einen Teil des Einsatzkonzeptes.

1. Grundsätzliches zur Sicherheit im Atemschutzeinsatz

Brände in Gebäuden stellen für die Feuerwehr, trotz verhältnismäßiger Seltenheit, eine Grundtätigkeit dar. Ausgestattet mit schwerem Atemschutz und der Feuerschutzkleidung gehen die Trupps, bestehend aus zwei Atemschutzgeräteträgern, in den unbekannten Räumlichkeiten mit den Aufträgen Menschenrettung oder Brandbekämpfung vor.

Werden Feuerwehrangehörige, die mit Atemschutzgeräten ausgerüstet sind, in Gebäuden eingesetzt fordert die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 (Atemschutz), dass mindestens ein Sicherheitstrupp bestehend aus zwei weiteren Feuerwehrangehörigen bereit stehen muss. Dieser ist selbstredend nach dem gleichen Standard wie die im primären Einsatz befindlichen Trupps ausgerüstet, da eine eventuell notwendige Rettung aus dem Gefahrenbereich nur mit der schützenden Ausrüstung möglich ist.

Würde im Gefahrenbereich ein Feuerwehrangehöriger verunglücken, spricht man von einem Atemschutz-Notfall. Allgemein betrachtet liegt ein Atemschutznotfall vor, wenn der Atemschutzgeräteträger in seinem Handeln teilweise oder gänzlich eingeschränkt ist und das, dem Einsatz angepasst, sichere Verlassen des Gefahrenbereichs nicht mehr möglich ist.

In Folge dessen ist es die Aufgabe des Sicherheitstrupps in den Bereich einzudringen und den oder die verunfallten Atemschutzgeräteträger zu retten.

Während Bränden in der konventionellen Wohnbebauung, wie Einfamilienhäusern oder Objekten überschaubaren Umfangs, und einem erfassbaren und eingegrenzten Schadensereignis, wie einem Zimmer- oder Küchenbrand, ist die klassische Form der Absicherung durch den zwei Mann starken Sicherheitstrupp als ausreichend zu betrachten.

Der Atemschutz-Notfall, der unter den beschriebenen Umständen eintritt, muss von dem herkömmlichen Sicherheitstrupp abgearbeitet werden können. Entscheidend ist, dass die Rettung in den sicheren Bereich über kurze Wege möglich ist. Lange Versorgungsprozeduren sind in der Regel nicht notwendig und der Transport erfolgt im Rahmen der Sofortrettung.

Vorausgesetzt wird, dass jeder Atemschutzgeräteträger mehrfach jährlich in der Rettung anderer Feuerwehrangehöriger fortgebildet wird, da jeder Atemschutzgeräteträger im Rahmen des Löschzugeinsatzes als Sicherheitstrupp eingesetzt werden kann.

Diese Voraussetzung findet bei der Feuerwehr Langen in den Standard-Einsatz-Regeln seit vielen Jahren Beachtung. Durch den Teil 1 des internen Einsatzkonzeptes „Atemschutz-Notfall“ wird zudem die jährlichen Aus- und Fortbildungen sowie die Ausrüstung und Handlungsvorgabe geregelt, welche für alle Atemschutzgeräteträger der Langener Feuerwehr Gültigkeit hat.

 

2. Die Problemstellung

Brände außerhalb der initial erfassbaren Maßstäbe, etwa durch die Bauart des Schadenobjektes, zeichnen sich i.d.R. auch durch ein erhöhtes Risiko für die eingesetzten Atemschutztrupps aus. Beispielsweise ist es ein offensichtlicher Unterschied, ob ein Zimmer im Erdgeschoss eines Einfamilienhauses brennt oder ein gesamtes Geschoss eines weitläufigen Industriegebäudes verraucht ist und der Brandherd vorerst nicht lokalisiert werden kann.

Neben weitläufigen Anmarschwegen, höheren Brandlasten und weiterer objektbedingter Gefahren steigt das Risiko zusätzlich durch expandierte lagebedingte Faktoren, welche u.a. Brandverlauf, Ausbreitung und resultierende Brand- und Rauchreaktionen beeinflussen können.

Die weitläufigen Anmarschwege sind hierbei von zentraler Bedeutung. Muss ein Trupp eine längere Strecke überwinden um den Befehl umzusetzen, steigt die körperliche Belastung wie auch der resultierende Atemluftverbrauch. Durch Geschosswechsel oder besondere Wegverhältnisse steigt die Anstrengung zusätzlich. All das ist ohne unvorhergesehene Vorkommnisse vorerst wenig problematisch.

Kommt es jedoch in einem solchen Objekt zu einem Atemschutznotfall addieren sich zu der Notsituation die genannten Bedingungen. Ein langer Anmarschweg des Sicherheitstrupps zu dem verunfallten Atemschutzgeräteträger ist bereits aufgrund der Mitnahme eines Strahlrohres und optional einer Sicherheitstrupp-Tasche kräftezehrend. Hinzu kommen die Suche, das Auffinden mit zügiger Versorgung des Verunfallten und letztlich der eigentliche Transport aus dem Gefahrenbereich.

Der Transport ist die anstrengendste Phase der Rettung. Die zwei bereits schwer belasteten Kräfte des Sicherheitstrupps müssen schlimmstenfalls einen gehunfähigen oder gar bewusstlosen Atemschutzgeräteträger inklusive Schutzausrüstung über den langen Rückweg befördern. Der Transport des Verunfallten bindet den Sicherheitstrupp gänzlich und selbst mit Hilfsmitteln, wie Bandschlingen oder leichten Transportsystemen, ist es unter diesen Umständen unrealistisch den Rückweg zusätzlich mit einem Strahlrohr zu bewältigen.

Müssen des Weiteren noch Teppen überwunden werden steht der Sicherheitstrupp vor enormen körperlichen Anforderungen. Zudem spielt der Atemluftvorrat eine wichtige Rolle, denn dieser gibt im Verhältnis mit dem Atemluftverbrauch die verfügbare Zeit der Rettung vor.

Neben den physischen Anstrengungen sind mit einem solchen Szenario zudem starke Emotionen verbunden, denn in aller Regel rettet der Sicherheitstrupp den Kameraden aus der eigenen Feuerwehr.

In dem Ausrückbereich der Feuerwehr Langen sind zahlreiche Sondergebäude und ausgedehnte wie auch komplexe Objekte vorhanden.

 

3. Analyse, Ergebnis und Schlussfolgerung

3.1 Analyse

Die beschriebene Problemstellung wurde durch einen gesonderten Arbeitskreis Atemschutz der Feuerwehr Langen festgehalten und definiert. In die Erstellung der Analyse flossen die Erfahrungen aus Einsätzen, objektbedingte Faktoren in dem Ausrückbereich aber auch wichtige Feststellungen aus einer kontrollierten Praxisphase. Zusätzlich wurden stellvertretend einige Unfallberichte von Atemschutzunfällen in Deutschland und Österreich betrachtet.

In der Zusammenfassung können die Feststellungen wie folgt beschrieben werden:

- Atemschutzunfälle mit schweren Verletzungen oder gar Todesfolge geschahen häufiger während Bränden in weitläufigen Objekten, Kellern oder Sondergebäuden (somit kein „konventioneller“ Zimmerbrand).

- Einsatzstichworte bzw. Schadensorte wiesen oft bereits auf ein erhöhtes Gefahrenpotenzial hin.

- Die Sicherheitstrupps stießen in den Situationen häufig an die Leistungsgrenzen:

> Oft waren mehrere Sicherheitstrupps notwendig, die aufgrund der verbreiteten taktischen Vorhaltung eines einzelnen Sicherheitstrupps immer selektiv, also nacheinander vorgegangen waren.

> Lange Anmarschwege und „Nullsicht“ erschwerten den nacheinander vorgehenden Sicherheitstrupps die angestrebte Zusammenarbeit am verunfallten Atemschutzgeräteträger.

> Das „disziplinierte Vorgehen“ mit Strahlrohr, Rückwegsicherung oder das Agieren nach generellen Grundsätzen der Sicherheit wird durch die massive Belastung der zwei Sicherheitstrupp-Mitglieder mit steigender Belastung nicht selten vernachlässigt.

> Kommunikationsprobleme zwischen den selektiv vorgehenden Sicherheitstrupps. Hinzu kommt, dass eine klare Truppführer-Benennung fehlt (mehrere Sicherheitstrupps = mehrere Truppführer).

> Der begrenzte Atemluftvorrat der Sicherheitstrupps führte zu einer erheblichen Limitierung der Einsatzzeit. Selbst während der Versorgung oder der Rettung des Verunfallten mussten die Maßnahmen teilweise abgebrochen werden.

> Der Transport des Verunfallten war schwierig und zu zweit nur bedingt oder nicht möglich.

 

Um weitere aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, erfolgte die selbstkritische Analyse bereits abgehandelter Einsätze sowie eine langfristige Testphase.

Während dieser wurden fünf vorgegebene Szenarien als Referenzabläufe abgehandelt, erfasst und ausgewertet. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Sicherheitstrupps mit zeitlich nachgesetzter Unterstützung, also einem zweiten Sicherheitstrupp, unter realistischen Einsatzbedingungen zu testen.

Die fünf Vergleichs-Szenarien wurden im Winter 2013/2014 unter simulierten Bedingungen durchgeführt. Für die Vergleiche wurden ausschließlich Lagen außerhalb des „konventionellen Zimmerbrandes“ ausgewählt. Simuliert wurden ein Atemschutz-Notfall im 4. OG mit verrauchtem Treppenraum, ein Kellerbrand in Mehrfamilienhaus mit Teileinsturz (alternativer Rettungsweg über Kellerschacht), ein Brand in weitläufiger Lagerhalle mit zwei verunfallten Atemschutzgeräteträgern und ein Brand in einer Tiefgarage mit einem Verunfallten.

 

3.2 Ergebnis

Während den Vergleichs-Szenarien wurde festgestellt, dass ein einzelner Sicherheitstrupp, trotz erfahrener Feuerwehrangehöriger, die Rettung oft nicht bis zum Ende durchführen konnte. Die Hauptgründe waren komplizierte Anmarschwege, Geschosswechsel und damit verbunden längere Anstrengungsphasen mit dem Resultat des größeren Atemluftverbrauchs. Zusätzlich mussten beide Sicherheitstrupp-Mitglieder an dem Verunfallten „ziehen“ und somit war es schlecht möglich das Strahlrohr auf dem Rückweg zur Eigensicherung mitzuführen.

Sind mehrere Sicherheitstrupps nacheinander vorgegangen, ergaben sich häufig Kommunikationsprobleme. Das führte zu Verzögerungen der Rettung und teilweise weiteren unsicheren Situationen. Insbesondere in ausgedehnten Objekten, durch die enormen Anstrengungen und dem Fokus der Sicherheitstrupp-Mitglieder auf den eigentlichen Transport kam es dazu, dass nachfolgende Sicherheitstrupps den direkten Weg zum verunfallten Trupp oder den Transportweg mit dem Verunfallten nicht unmittelbar finden konnten und teilweise selbst die Orientierung verloren (ähnlich wie bei realen Atemschutzunfällen in der Vergangenheit).

Aus den erhobenen Feststellungen sowie den Ergebnissen der Unfallberichte resultierten die folgenden Schlussfolgerungen für Einsätze des Sicherheitstrupps bei ähnlichen Einsatzlagen:

- Einsatzstichworte, wie z.B. F-Keller, F-Hochhaus oder F3 aufwärts,  beschreiben Lagen mit einem höheren Gefahrenpotenzial. Diese sollten entsprechend berücksichtigt werden.

- Bei Bränden in ausgedehnten oder komplexen Objekten und Sondergebäuden ist die Rettung eines verunfallten Atemschutzgeräteträgers durch die Umstände nur unter einem weitaus größeren Kraftaufwand möglich. Der konventionelle Sicherheitstrupp kann seiner eigentlichen Aufgabe kaum gerecht werden, ohne nicht eine enorme Eigengefährdung einzugehen (massive Überbelastung, Verzicht auf Strahlrohrfunktion, limitierte Atemluftressource).

- Das Vorgehen, Auffinden, Sichern und Retten des Verunfallten muss mit dem Einsatz der ersten Sicherheitskomponente gelingen.

- Für den Transport des Verunfallten muss ein System verfügbar sein, welches nach einem einfachen Handlungsprinzip standardisiert eingesetzt werden kann.

- Die Möglichkeit des Selbstschutzes mit einem Strahlrohr muss gegeben sein.

- Technische Hilfsmittel, wie eine Wärmebildkamera, müssen von dem Sicherheitstrupp mitgeführt und effektiv genutzt werden können.

- Für die Bewältigung der beschriebenen Aufgaben unter den genannten Umständen wird eine Erhöhung der Stärke des bestellten Sicherheitstrupps als erforderlich angesehen.

- Atemschutzgeräte der Regelvorhaltung (1x 6l / 300bar) sind für die Arbeit des Sicherheitstrupps in den beschriebenen Objekten nicht ausreichend. Die Ausstattung mit Doppelflaschengeräten ist für die Tätigkeit des Sicherheitstrupps adäquat. Dies gilt lediglich als Luftreserve für Atemschutznotfälle oder lange Anmarschwege und nicht zur Verlängerung der allgemeinen Tätigkeit unter Atemschutz.

- Der verunfallte Atemschutzgeräteträger ist, wenn es die Länge des Rettungsweges oder der allgemeine Umstand erforderlich macht,  mit einer separaten Atemluftversorgung zu sichern.

- Die Stressresistenz wie auch die körperliche Leistungsfähigkeit der Sicherheitstrupps während Einsätzen unter den oben beschriebenen Voraussetzungen müssen einem außergewöhnlich hohen Maß entsprechen.

 

Wesentliche Beachtung fand die Tatsache, dass auch die Feuerwehr-Dienstvorschrift diese Kernaussage aufnimmt. Für besondere Einsatzlagen muss laut FwDV 7 „je nach Risiko und personeller Stärke des eingesetzten Atemschutztrupps die Stärke des Sicherheitstrupps erhöht werden. Dies gilt insbesondere bei Einsätzen in ausgedehnten Objekten, beispielsweise in […] Tiefgaragen. Der Sicherheitstrupp muss ein entsprechend der zu erwartenden Notfalllage geeignetes Atemschutzgerät tragen.“ (7.2 Einsatzgrundsätze beim Tragen von Isoliergeräten)

 

3.3 Schlussfolgerung: Installation einer ANTS

Die These, dass der konventionelle Sicherheitstrupp im Ergebnis überfordert sein kann, wenn wie geschildert die Gebäudestrukturen den „normalen“ Umfang übersteigen, konnte nicht widerlegt werden.

Im Gegenteil musste festgestellt werden, dass der Sicherheitstrupp trotz adäquat ausgebildeter, erfahrener und sportlicher Feuerwehrangehöriger durch vielfältige Faktoren in seiner Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt oder gar in unverhältnismäßige Gefahr gebracht werden kann wenn dieser in weitläufigen Objekten o.ä. zur Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger vorgeht.

Die gewonnenen Erkenntnisse und die Forderungen der Feuerwehr-dienstvorschrift 7.2 bildeten die Grundlage für die Aufstellung des Atemschutznotfall-Konzeptes Teil 2. Hinzu kam, dass neben den nationalen Standards auch internationale Taktiken analysiert und beurteilt wurden. Das führte zu dem Entschluss, dass für die angemessene Aufgabenbewältigung eine Einheit beschrieben, formiert und getestet werden sollte.

Hieraus entstand die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel der Feuerwehr Langen.

 

3.4 Vorangegangene Testphase der ANTS

Der Umfang, der mit der Aufstellung einer ANTS verbunden ist, war allen Instanzen bewusst. Um die theoretisch vielversprechenden Vorteile einer solchen Sondereinheit vorab zu überprüfen wurde provisorisch eine ANTS zusammengestellt, welche über Material zum Transport sowie eine separate Atemluftversorgung verfügte. In der ersten Phase gehörten der Testeinheit 13 Feuerwehrangehörige an.

Mit den fünf Vergleichs-Szenarien waren die Rahmenbedingungen für eine aussagekräftige Versuchsreihe bereits vorgegeben und die festgestellten Parameter konnten mit den Leistungen der provisorischen ANTS verglichen werden.

Nachdem die ANTS die Vergleichs-Szenarien absolviert hatte wurde festgestellt, dass die Rettung des Verunfallten durch die ANTS im Durchschnitt doppelt so schnell erfolgte (konventionelle/r Sicherheitstrupp/s benötigte/n das 1,9fache der Zeit).

Damit entschied sich die Führung der Feuerwehr Langen für die Aufstellung der Sondereinheit.

 

 

4. Die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel der Feuerwehr Langen

Rahmenbedingungen

Die ANTS kann in der ersten Phase der Ziel-Einsätze in der Regel nicht durch die Kommune, die von dem Schadensereignis betroffen ist, gestellt werden.

Daraus resultiert die Idee, dass die Aufstellung im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit strukturiert werden sollte. Die ANTS der Feuerwehr Langen steht somit den umliegenden Feuerwehren als unmittelbare Unterstützungskomponente zur Verfügung und kann zudem zu langwierigen Einsätzen im gesamten Kreisgebiet nachgefordert werden.

 

4.1 Die Alarmierung der ANTS

Die ANTS Langen verfügt über eine eigene Funkalarmschleife, eine selektive Alarmierung ist somit möglich.

Seit der Installation der einsatzbereiten ANTS ist diese Bestandteil nachbarschaftlicher Alarm- und Ausrückordnungen. Zudem kann sie über die Zentrale Leitstelle des Kreises Offenbach nachgefordert werden.

Die Alarmierung der ANTS sollte präventiv erfolgen, spätestens aber nach der Erkundung der Lage durch die Technische Einsatzleitung. Dies ist wichtig, da die Mitglieder der Sondereinheit an der Einsatzstelle vorbereitende Maßnahmen, wie u.a. die umfassende Lageeinweisung in Bezug auf die Innenbrandbekämpfung, treffen müssen.

Eine präventive Alarmierung sollte sich an Alarmstichworten orientieren. Gleichgeordnet zu den beschriebenen Erkenntnissen aus der Testphase sowie den Atemschutzunfallberichten empfiehlt sich eine Alarmierung der ANTS für Brände in Kellern (bspw. Mehrfamilienhäuser) oder ausgedehnten und komplizierten Objekten, wie Tiefgaragen oder Gewerbeobjekte.

Der alleinige Alarm einer automatischen Brandmeldeanlage macht die Alarmierung der ANTS nicht notwendig.

 

4.2 Das ANTS-Personal

Die Mitglieder der ANTS werden, wenn sie in die Lage eingreifen, extremen Bedingungen ausgesetzt sein. Von den Mitgliedern wird eine außergewöhnlich hohe Motivation für die eigene Aus- und Fortbildung gefordert, denn neben der umfangreichen feuerwehrtechnischen Ausbildung müssen alle Mitglieder der Sondereinheit einen ANTS-Grundlehrgang absolvieren. Als weitere wichtige Grundlagen dienen die Einsatzerfahrung der Einsatzkräfte sowie die Ausbildung im Bereich der simulierten Atemschutz-Notfälle.

Des Weiteren verfügen die ANTS-Führer mindestens über die Gruppenführer-Qualifikation.

Um eine hinreichende Alarmsicherheit zu gewährleisten, müssen entsprechend viele Feuerwehrangehörige zu ANTS-Mitgliedern ausgebildet sein.

Die Feuerwehr Langen setzt die Soll-Stärke der Sondereinheit mit 25 fest. Derzeit verfügt die ANTS über 25 Mitglieder. Weitere Feuerwehrangehörige werden aktuell im 3. ANTS-Lehrgang ausgebildet.

Zusätzlich regelt ein Dienstplan die Verfügbarkeit des ANTS-Führers vom Dienst.

 

4.3 ANTS-Ausbildung

Für die Grund-Ausbildung der ANTS-Mitglieder wurden ein Unterrichtsplan und eine Lernzielübersicht entwickelt und eingeführt. So erhebt sich ein gleichbleibender Standard für die Schulung der Sondereinheit. Insbesondere im Rahmen nachfolgender Ausbildungen, für neue ANTS-Mitglieder, ist dies notwendig.

Die Ausbildungsthemen befassen sich neben den allgemeinen technischen Grundlagen zu der speziellen Ausrüstung der Sondereinheit insbesondere mit den taktischen Grundsätzen, dem Vorgehen wie auch Rettung und Transport des verunfallten Atemschutzgeräteträgers. Zudem werden die Mitglieder in den Bereichen der schonenden Rettung und lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen von einem Feuerwehrarzt ausgebildet. Insgesamt besteht die ANTS-Grundausbildung aus mehr als 40 Unterrichtsstunden.

Zusätzlich werden Trainings und Unterweisungen nach Ablauf der Ausbildung regelmäßig wiederholt. Hierzu zählen auch Ausbildungsveranstaltungen in Realbrandanlagen in welchen Atemschutznotfälle unter realistischen Bedingungen trainiert werden können. Zudem wird die ANTS regelmäßig während Übungsszenarien am Standort involviert. Die Teilnahme an mindestens einer ANTS-Fortbildung pro Quartal ist für jedes Mitglied der Sondereinheit Pflicht. Siehe hierzu: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1550437894977885&id=880775515277463

Mit der Tätigkeit in der ANTS verbessern die Feuerwehrangehörigen auch die allgemeinen Fähigkeiten in dem Bereich Brandbekämpfung in einem hohen Maß.

Der Synergie-Effekt für den Einsatzdienst im „Alltag“ ist entsprechend wertvoll.

5. Die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel im Einsatz

Teamgröße und technische Ausrüstung

Die ANTS Langen besteht im Einsatzfall aus fünf Funktionen und einem Maschinisten.

Die Anzahl der Funktionen orientiert sich an den Aufgaben, welche während dem Agieren der Sondereinheit bewältigt werden müssen. Für eine klare Zuteilung in der Einheit werden die Funktionen von 1 bis 5 beziffert.

Alle Mitglieder der ANTS verfügen über Doppelflaschen-Atemschutzgeräte mit einem Rettungsanschluss in Form einer zusätzlichen Mitteldruckleitung. Des Weiteren ist jede Funktion mit einem, der ANTS-Führer mit zwei Handsprechfunkgeräten ausgestattet.

Neben einer Wärmebildkamera, speziellen Notfall-Holstern, Schlauchvornahme-Sicherungsmaterial und Brechwerkzeug führt die Sondereinheit eine spezielle Schleifkorbtrage für den Transport gehunfähiger Verunfallter sowie eine Notfalltasche mit. Diese beinhaltet ein Atemschutzsystem mit einer 6,8 Liter Atemluftflasche, eine verlängerte Mitteldruckleitung mit Verteilerstück sowie eine Rettungshaube. Ferner führt die Einheit eine zweite Rettungshaube und ein Rettungstuch sowie diverse Gerätschaften für spezielle Einsatzszenarien mit.

Für den Eigenschutz steht der ANTS ein D-Hohlstrahlrohr mit insgesamt 90 Meter D-Schlauch zur Verfügung.

Als Zubringerfahrzeug dient der Sondereinheit ein Löschgruppenfahrzeug.

 

Die ANTS im Einsatz

Im Einsatzfall untersteht die ANTS der Einsatzleitung vor Ort. Nach der Lageeinweisung sowie der Zuteilung eines Einsatzbereichs verhält sich die Einheit während der Bereitstellungsphase wie ein konventioneller Sicherheitstrupp.

Kommt es zu einem Atemschutznotfall geht die ANTS unter der Leitung des übergeordneten Führungsdienstes (Abschnittsleiter o.ä.) vor. Der ANTS-Führer führt die Sondereinheit im Inneren des Objektes und kommuniziert mit der Abschnittsleitung.

Die klare Aufgabenverteilung gewährleistet ein schnelles Vorgehen. Die Funktion 1 führt die Einheit an, gefolgt von den Funktionen 2 und 3, welche die Schleifkorbtrage und die Atemschutz-Notfalltasche mitführen. Anschließend folgen die Funktion 4 mit dem einsatzbereiten Hohlstrahlrohr und die Funktion 5. Sind Maßnahmen zur Brandbekämpfung notwendig ist es der Funktion 4 möglich in den vorderen Bereich aufzuschließen.

Hat die ANTS den verunfallten Atemschutzgeräteträger erreicht sichten und versorgen die Funktionen 2 und 3 diesen. Während der ANTS-Führer die Lage übermittelt und die Maßnahmen überwacht sichert die Funktion 4 den Aufenthaltsort der Kräfte. Die Funktion 5 unterstützt die Funktionen 2 und 3 während der Versorgung und dem Transport des Verunfallten in der Schleifkorbtrage. Während dem Transport führt der ANTS-Führer die Einheit aus dem Gefahrenbereich. Nach den Funktionen an der Schleifkorbtrage folgt zuletzt die Funktion 4 mit dem Hohlstrahlrohr.

 

6. Bildergalerie

Hier geht es zu dem kurzen Video der ANTS: https://www.youtube.com/watch?v=9QSv63DQlPk

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Zugang schaffen
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Anleiterbereitschaft wird von ANTS für Aufstieg genutzt
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Versorgung
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Nachbesprechung
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Lageeinweisung
Vorgehen über DLK-Anleiterbereitschaft
Lagebesprechung
ANTS_Langen
Funktion 4 sichert die Umgebung
ANTS-Mitglied
Rettung aus kritischen Bereich
Transport aus kritischem Bereich
Aufstieg über Anleiterbereitschaft
Arbeit in sehr enger Umgebung
Schlauchpaket
ANTS in Halle
An der Einsatzstelle
Anlegen der Ausrüstung
Transport eines Verletzten in der Korbtrage
Es wird eng...
Fernsteuerbarer Dummy im Medical-Training
ANTS_Langen
ANTS_Langen
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ANTS_Langen
Transport eines Verunfallten