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Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (ANTS)

ANTS-Langen

Sondereinheit für besondere Einsatzlagen

Die beschriebene Ausarbeitung basiert auf dem Atemschutzsicherheitskonzept“ der Feuerwehr Langen welches u.a. das Thema Atemschutznotfall ganzheitlich betrachtet. Die beschriebenen Vorhaltungen, Taktiken und Handlungsweisen, insbesondere die der ANTS, sind in einer mehrjährigen Entwicklungsphase erhoben worden und gelten in dieser Form ausschließlich für die Feuerwehr Langen. Zusätzlich zeigen die hier aufgezeigten Beschreibungen nur einen Teil des Einsatzkonzeptes.

 

1. Grundsätzliches zur Sicherheit im Atemschutzeinsatz

Die Feuerwehr Langen stützt die Sicherheit der Atemschutzgeräteträger auf mehrere Säulen. Dementsprechend beginnt dies mit adäquater Schutzkleidung und Ausrüstung, zielorientierter Ausbildung, der Erfüllung aller Vorschriften und einer fundierten taktischen Organisation.

Auch ist es unausweichlich und wichtig, dass es ein an der Praxis orientiertes Sicherheitstruppkonzept gibt. Dementsprechend sind alle Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Langen in der Lage bei Atemschutznotfalllagen tätig zu werden. Jedes Jahr trainiert jeder Atemschutzgeräteträger die Sofortrettung, also das schnelle Retten aus einem überschaubaren Gefahrenbereich, und das Herstellen Atemluftversorgung verunfallter Atemschutzgeräteträger, wenn dieser nicht sofort gerettet werden kann.

 

2. Die Problemstellung – Weitläufigkeit und Geschosswechsel

Neben den Bränden in konventionellen Gebäuden, wie bspw. Einfamilienhäusern, kommt es aufgrund der urbanen Bebauung in Langen nicht selten zu risikoreichen Brandeinsätzen in ausgedehnten oder komplexen Objekten, wie bspw. in Großkellern oder Industriebereichen.

Diese Einsätze zeichnen sich i.d.R. auch durch ein erhöhtes Risiko für die eingesetzten Atemschutztrupps aus. Das begründet sich meist aufgrund der weitläufigen Anmarschwege, höherer Brandlasten und weiterer objektbedingter Gefahren. Die weitläufigen Anmarschwege sind hierbei von zentraler Bedeutung. Muss ein Trupp eine längere Strecke überwinden um seinen  Auftrag umzusetzen, steigt die körperliche Belastung wie auch der resultierende Atemluftverbrauch. Durch Geschosswechsel oder besondere Wegverhältnisse steigt die Anstrengung zusätzlich. All das ist ohne unvorhergesehene Vorkommnisse vorerst wenig problematisch.

Kommt es jedoch in einem solchen Objekt zu einem Atemschutznotfall addieren sich zu der Notsituation die genannten Bedingungen. Ein langer Anmarschweg des Sicherheitstrupps zu dem verunfallten Atemschutzgeräteträger ist bereits aufgrund der Mitnahme eines Strahlrohres und optional einer Sicherheitstrupp-Tasche kräftezehrend. Hinzu kommen die Suche, das Auffinden mit zügiger Versorgung des Verunfallten und letztlich der eigentliche Transport aus dem Gefahrenbereich.

Der Transport ist die anstrengendste und entscheidendste Phase der Rettung. Die zwei bereits schwer belasteten Kräfte des Sicherheitstrupps müssen schlimmstenfalls einen gehunfähigen oder gar bewusstlosen Atemschutzgeräteträger inklusive Schutzausrüstung über den langen Rückweg befördern. Der Transport des Verunfallten bindet den Sicherheitstrupp gänzlich und selbst mit Hilfsmitteln, wie Bandschlingen oder leichten Transportsystemen, ist es unter diesen Umständen unrealistisch den Rückweg zusätzlich mit einem Strahlrohr zu bewältigen.

Müssen zudem noch Teppen überwunden werden steht der Sicherheitstrupp vor enormen körperlichen Anforderungen. Des Weiteren spielt der Atemluftvorrat eine wichtige Rolle, denn dieser gibt im Verhältnis mit dem Atemluftverbrauch die verfügbare Zeit der Rettung vor.

Neben den physischen Anstrengungen sind mit einem solchen Szenario zudem starke Emotionen verbunden, denn in aller Regel rettet der Sicherheitstrupp den Kameraden aus der eigenen Feuerwehr.

 

3. Analyse, Ergebnis und Schlussfolgerung

3.1 Analyse

In die Erstellung der Analyse flossen die Erfahrungen aus Einsätzen, objektbedingte Faktoren in dem Ausrückbereich aber auch wichtige Feststellungen aus einer kontrollierten Praxisphase. Zusätzlich wurden stellvertretend einige Unfallberichte von Atemschutzunfällen in Deutschland und dem vergleichbaren Ausland betrachtet sowie eine selbstkritische Analyse bereits abgehandelter Einsätze durchgeführt.

In der Zusammenfassung können die Feststellungen wie folgt beschrieben werden:

- Atemschutzunfälle mit schweren Verletzungen oder gar Todesfolge ereignen sich häufiger während Bränden in weitläufigen Objekten, Kellern oder Sondergebäuden (nicht bei dem „üblichen“ Zimmerbrand).

- Einsatzstichworte bzw. Schadensorte weisen oft bereits auf ein erhöhtes Gefahrenpotenzial hin.

- Die Sicherheitstrupps stößt in den Situationen und bereits im Training häufig an die Leistungsgrenzen. Insbesondere der schnelle Transport des Verunfallten leidet darunter.

Um weitere aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, erfolgte eine fundierte Testphase. Während dieser wurden fünf vorgegebene Szenarien als Referenzabläufe abgehandelt, erfasst und ausgewertet. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Sicherheitstrupps mit zeitlich nachgesetzter Unterstützung, also einem zweiten Sicherheitstrupp, unter realistischen Einsatzbedingungen zu testen. Für die Vergleiche wurden ausschließlich Lagen außerhalb des „konventionellen Zimmerbrandes“ ausgewählt. Simuliert wurden ein Atemschutz-Notfall im 4. OG mit verrauchtem Treppenraum, ein Kellerbrand in Mehrfamilienhaus mit Teileinsturz (alternativer Rettungsweg über Kellerschacht), ein Brand in weitläufiger Lagerhalle mit zwei verunfallten Atemschutzgeräteträgern und ein Brand in einer Tiefgarage mit einem Verunfallten.

 

3.2 Ergebnis

Mit der Auswertung der Vergleichs-Szenarien musste festgestellt werden, dass ein einzelner Sicherheitstrupp, trotz erfahrener Feuerwehrangehöriger, die Rettung oft nicht bis zum Ende durchführen konnte. Die Hauptgründe waren komplizierte Anmarschwege, Geschosswechsel und damit verbunden längere Anstrengungsphasen mit dem Resultat des größeren Atemluftverbrauchs. Zusätzlich mussten beide Sicherheitstrupp-Mitglieder an dem Verunfallten „ziehen“ und somit war es schlecht möglich das Strahlrohr auf dem Rückweg zur Eigensicherung mitzuführen.

Sind mehrere Sicherheitstrupps nacheinander vorgegangen, ergaben sich häufig Kommunikationsprobleme. Das führte zu Verzögerungen der Rettung und teilweise weiteren unsicheren Situationen. Insbesondere in ausgedehnten Objekten, durch die enormen Anstrengungen und dem Fokus der Sicherheitstrupp-Mitglieder auf den eigentlichen Transport kam es dazu, dass nachfolgende Sicherheitstrupps den direkten Weg zum verunfallten Trupp oder den Transportweg mit dem Verunfallten nicht unmittelbar finden konnten und teilweise selbst die Orientierung verloren (ähnlich wie bei realen Atemschutzunfällen in der Vergangenheit).

Aus den erhobenen Ergebnissen resultierten die folgenden Schlussfolgerungen für Einsätze des Sicherheitstrupps bei ähnlichen Einsatzlagen:

- Einsatzstichworte, wie z.B. F-Keller, F-Hochhaus oder F3 aufwärts,  beschreiben Lagen mit einem höheren Gefahrenpotenzial. Diese müssen entsprechend berücksichtigt werden.

- Bei Bränden in ausgedehnten oder komplexen Objekten und Sondergebäuden ist die Rettung eines verunfallten Atemschutzgeräteträgers durch die Umstände nur unter einem weitaus größeren Kraftaufwand möglich. Der konventionelle Sicherheitstrupp kann seiner eigentlichen Aufgabe kaum gerecht werden, ohne nicht eine enorme Eigengefährdung einzugehen (massive Überbelastung, Verzicht auf Strahlrohrfunktion, limitierte Atemluftressource).

- Das Vorgehen, Auffinden, Sichern und Retten des Verunfallten muss mit dem Einsatz der ersten Sicherheitskomponente gelingen.

- Für den Transport des Verunfallten muss ein System verfügbar sein, welches nach einem einfachen Handlungsprinzip standardisiert eingesetzt werden kann.

- Die Möglichkeit des Selbstschutzes mit einem Strahlrohr muss gegeben sein.

- Technische Hilfsmittel, wie Wärmebildkameras, müssen von dem Sicherheitstrupp mitgeführt und effektiv genutzt werden können.

- Für die Bewältigung der beschriebenen Aufgaben unter den genannten Umständen wird eine Erhöhung der Stärke des bestellten Sicherheitstrupps, gemäß der Vorgaben der FwDV 7, als erforderlich angesehen.

- Atemschutzgeräte der Regelvorhaltung (1x 6l / 300bar) sind für die Arbeit des Sicherheitstrupps in den beschriebenen Objekten nicht ausreichend. Die Ausstattung mit Doppelflaschengeräten ist für die Tätigkeit des Sicherheitstrupps adäquat. Dies gilt lediglich als Luftreserve für Atemschutznotfälle oder lange Anmarschwege.

- Der verunfallte Atemschutzgeräteträger ist, wenn es die Länge des Rettungsweges oder der allgemeine Umstand erforderlich macht,  mit einer separaten Atemluftversorgung zu sichern.

- Leistungsfähigkeit, Stressresistenz und körperliche Leistungsfähigkeit der Sicherheitstrupps müssen einem außergewöhnlich hohen Maß entsprechen.

 

Wesentliche Beachtung fand die Tatsache, dass auch die Feuerwehr-Dienstvorschrift diese Kernaussage aufnimmt. Für besondere Einsatzlagen muss laut FwDV 7 „je nach Risiko und personeller Stärke des eingesetzten Atemschutztrupps die Stärke des Sicherheitstrupps erhöht werden. Dies gilt insbesondere bei Einsätzen in ausgedehnten Objekten, beispielsweise in […] Tiefgaragen. Der Sicherheitstrupp muss ein entsprechend der zu erwartenden Notfalllage geeignetes Atemschutzgerät tragen.“ (7.2 Einsatzgrundsätze beim Tragen von Isoliergeräten)

 

3.3 Schlussfolgerung: Installation einer ANTS

Die These, dass der konventionelle Sicherheitstrupp im Ergebnis überfordert sein kann, wenn wie geschildert die Gebäudestrukturen den „normalen“ Umfang übersteigen, konnte nicht widerlegt werden.

Im Gegenteil musste festgestellt werden, dass der Sicherheitstrupp trotz adäquat ausgebildeter, erfahrener und sportlicher Feuerwehrangehöriger durch vielfältige Faktoren in seiner Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt oder gar in unverhältnismäßige Gefahr gebracht werden kann wenn dieser in weitläufigen Objekten o.ä. zur Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger eingesetzt wird.

Die gewonnenen Erkenntnisse und die Forderungen der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7.2 bildeten die Grundlage für die Aufstellung der Sondereinheit. Hinzu kam, dass neben den nationalen Standards auch internationale Taktiken analysiert und beurteilt wurden. Das führte zu dem Entschluss, dass für die angemessene Aufgabenbewältigung eine Einheit beschrieben, formiert und getestet werden sollte.

Hieraus entstand die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel der Feuerwehr Langen.

 

4. Die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel der Feuerwehr Langen

Rahmenbedingungen

Im Kreis Offenbach sind zwei gleichwertige Sondereinheiten ANTS aus Rodgau und Langen verfügbar. Beide Sondereinheiten arbeiten nach den gleichen Mustern und ergänzen sich im Bedarfsfall gegenseitig. Die Atemschutznotfallstaffeln sind nicht nur in der eigenen Kommune im Einsatz. Sie stehen auch den anderen Kommunen im Kreis Offenbach zur Verfügung und wurden seit der Einsatzbereitschaft in viele Alarm- und Ausrückordnungen eingefügt.

In beiden Feuerwehren sind 25-30 zertifizierte und hochmotivierte ANTS-Mitglieder tätig.

Weiterhin arbeiten beide Sondereinheiten streng in den Vorgaben der Einsatzgrundsätze.

 

4.1 Ziele und Standards der Sondereinheiten ANTS

  • Schnelles und sicheres Vorgehen der Einheit
  • Aufgabengerechte Funktionsstärke
  • Festgelegte Aufgaben und Kompetenzen
  • Einhalten der Einsatzgrundsätze gemäß FwDV 7
  • Mitführen einer einsatzbereiten Schlauchleitung für Eigenschutz und Rückwegsicherung
  • Atemschutzgeräte mit ausreichendem Atemluftvorrat
  • Standardisiertes Transport- und Versorgungssystem
  • Bedarfsgerechtes, zusätzliches Gerät

4.2 Die Alarmierung

Die ANTS Einheiten werden über die Zentrale Leitstelle alarmiert. Die Alarmierung der ANTS sollte präventiv erfolgen und sich an Alarmstichworten orientieren. In den meisten fällen wird die ANTS ab F3 oder bei risikoreichen F2-Lagen alarmiert.

 

4.3 Das ANTS-Personal

Die Mitglieder der ANTS werden, wenn sie in die Lage eingreifen, extremen Bedingungen ausgesetzt sein. Von ihnen wird deshalb eine außergewöhnlich hohe Motivation für die eigene Aus- und Fortbildung gefordert. Als weitere wichtige Grundlagen dienen die Einsatzerfahrung der Einsatzkräfte sowie die Ausbildung im Bereich der simulierten Atemschutz-Notfälle.

Des Weiteren verfügen die ANTS-Führer mindestens über die Gruppenführer-Qualifikation.

Um eine hinreichende Alarmsicherheit zu gewährleisten, müssen entsprechend viele Feuerwehrangehörige zu ANTS-Mitgliedern ausgebildet sein. Die Feuerwehr Langen setzt die Soll-Stärke der Sondereinheit mit 25 fest.

4.4 ANTS-Ausbildung

Für die Grund-Ausbildung der ANTS-Mitglieder wurden ein Unterrichtsplan und eine Lernzielübersicht entwickelt und eingeführt. So erhebt sich ein gleichbleibender Standard für die Schulung der Sondereinheit. Insbesondere im Rahmen nachfolgender Ausbildungen, für neue ANTS-Mitglieder, ist dies notwendig.

Die Ausbildungsthemen befassen sich neben den allgemeinen technischen Grundlagen zu der speziellen Ausrüstung der Sondereinheit insbesondere mit den taktischen Grundsätzen, dem Vorgehen wie auch Rettung und Transport des verunfallten Atemschutzgeräteträgers. Zudem werden die Mitglieder in den Bereichen der schonenden Rettung und lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen von einem Feuerwehrarzt ausgebildet. Insgesamt besteht die ANTS-Grundausbildung aus mehr als 40 Unterrichtsstunden.

Zusätzlich werden Trainings und Unterweisungen nach Ablauf der Ausbildung regelmäßig wiederholt. Hierzu zählen auch Ausbildungsveranstaltungen in Realbrandanlagen in welchen Atemschutznotfälle unter realistischen Bedingungen trainiert werden können. Zudem wird die ANTS regelmäßig während Übungsszenarien am Standort involviert. Die Teilnahme an mindestens einer ANTS-Fortbildung pro Quartal ist für jedes Mitglied der Sondereinheit Pflicht. Siehe hierzu: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1550437894977885&id=880775515277463

Mit der Tätigkeit in der ANTS verbessern die Feuerwehrangehörigen auch die allgemeinen Fähigkeiten in dem Bereich Brandbekämpfung in einem hohen Maß.

Der Synergie-Effekt für den Einsatzdienst im „Alltag“ ist entsprechend wertvoll.

 

5. Die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel im Einsatz

5.1 Teamgröße und technische Ausrüstung

Die Sondereinheiten ANTS bestehen im Einsatzfall aus zwei Teams. Das erste Team umfasst fünf Funktionen und einem Maschinisten. Team 1 rückt mit dem dafür vorgehaltenen Staffellöschfahrzeug aus. Das zweite Team besteht aus weiteren drei Funktionen und einem „Fachberater ANTS“. Team 2 rückt mit dem Kleinalarmfahrzeug aus.

Die Anzahl der Funktionen orientiert sich an den Aufgaben, welche während einem Atemschutznotfall bewältigt werden müssen. Für eine klare Zuteilung in der Einheit werden die Funktionen von 1 bis 5, bzw. 6 bis 8 beziffert und ebenso benannt.

Alle Mitglieder der ANTS verfügen über Doppelflaschen-Atemschutzgeräte mit einem Rettungsanschluss in Form einer zusätzlichen Mitteldruckleitung. Des Weiteren ist jede Funktion mit einem, der ANTS-Führer mit zwei Handsprechfunkgeräten ausgestattet.

Neben zwei Wärmebildkameras pro Team, mehreren Rettungshauben und Brechwerkzeug führt die Sondereinheit eine spezielle Schleifkorbtrage für den Transport gehunfähiger Verunfallter sowie eine Notfalltasche mit. Diese beinhaltet ein Atemschutzsystem mit einer 6,8 Liter Atemluftflasche, eine verlängerte Mitteldruckleitung sowie eine Rettungshaube. Ferner stehen dem Team 2 eine weitere Notfallluftversorgung, Teleskopleitern sowie diverse Gerätschaften für spezielle Einsatzszenarien mit.

Für den Eigenschutz steht der ANTS ein D-Hohlstrahlrohr mit insgesamt 90 Meter D-Schlauch zur Verfügung. Die Schlauchleitung wird gefüllt mitgeführt und kann von 30 bis 90 Meter variabel, auch während dem Vorgehen, verlängert werden. Das Rohr wird ausschließlich zur Prävention und Selbstverteidigung genutzt.

 

5.2 Die ANTS im Einsatz – klare Aufgaben und Automatismen ermöglichen Zeitvorteil und Professionalität

Im Einsatzfall untersteht die ANTS der Einsatzleitung vor Ort. Nach der Lageeinweisung sowie der Zuteilung eines Einsatzbereichs verhält sich die Einheit während der Bereitstellungsphase wie ein konventioneller Sicherheitstrupp. Dabei kann sie bei überschaubaren Rahmenbedingung als einziger Sicherheitstrupp oder aber, an komplexen Einsatzstellen, als Ergänzung vorgehalten werden.

Grundsätzlich haben alle Funktionen klar definierte Aufgaben. Zudem sind alle Handgriffe automatisiert. Das sind im Ergebnis ausschlaggebende Vorteile für eine schnelle und lageorientierte Rettung.

Kommt es zu einem Atemschutznotfall geht das Team 1 der ANTS unter der Leitung des übergeordneten Führungsdienstes (Abschnittsleiter o.ä.) vor. Der ANTS-Führer führt die Sondereinheit im Inneren des Objektes und kommuniziert mit der Abschnittsleitung oder dem Fachberater ANTS, der der Abschnittsleitung als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Die klare Aufgabenverteilung gewährleistet ein schnelles Vorgehen und Durchsuchen. Dabei haben die Funktionen des Team 1 folgende Aufgaben:

Funktion 1

  • führt die Einheit im Gefahrenbereich vollumfänglich, ist für Beurteilung und Entschluss verantwortlich.
  • Ist für die Suche, Versorgung und Transport des Verunfallten verantwortlich.
  • Kommuniziert mit der übergeordneten Führungskraft.

Funktionen 2 & 3:

  • führen die Schleifkorbtrage und die Atemschutz-Notfalltasche mit.
  • Sichten, lagebedingtes Versorgen und Vorbereiten für Transport.
  • Transport des Verunfallten

Funktionen 4 & 5

  • Schlauchmanagement und Eigensicherung der ANTS.
  • Unterstützung der Funktionen 2 und 3 beim Transport (Funktion 5).
  • Sonderaufgaben

 

Das Team 2 steht als Sicherheitstrupp der ersten fünf Funktionen zur Verfügung und kann als Material- oder Personal-Shuttle eingesetzt werden. Sie werden insbesondere dann aktiv, wenn zugehörige mobile Atemschutzgeräteträger aus dem Gefahrenbereich geführt oder Geräte nachgeführt werden müssen.

 

6. Kann das eine Freiwillige Feuerwehr leisten?

Ganz sicher! Urbane Strukturen, ausgedehnte Objekte und Sondergebäude stehen indes nicht ausschließlich in Wachbereichen von Berufsfeuerwehren.

Der Personalaufwand einer ANTS ist zudem weitaus geringer, als bei anderen, bereits verbreiteten Sondereinheiten, wie ABC-Zügen o.ä. Weiter handelt es sich um eine übliche Tätigkeit, bei der Feuerwehr Atemschutz zu tragen. Entsprechend ist die Zusatzausbildung überschaubar und durch viele Synergieeffekte interessant für das „Alltagsgeschäft“.

Freiwillige Feuerwehren wie Rodgau, Langen und viele andere beweisen, trotz massiver Belastungen im Einsatzalltag von 500 bis zu 700 Einsätzen im Jahr, dass auch (oder gerade) ehrenamtliche Feuerwehren motivierte und professionelle ANTS-Einheiten aufbauen können – und das seit vielen Jahren.

7. Bildergalerie

Hier geht es zu dem kurzen Video der ANTS: https://www.youtube.com/watch?v=9QSv63DQlPk

 

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Zugang schaffen
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Anleiterbereitschaft wird von ANTS für Aufstieg genutzt
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Versorgung
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Nachbesprechung
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Lageeinweisung
Vorgehen über DLK-Anleiterbereitschaft
Lagebesprechung
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Funktion 4 sichert die Umgebung
ANTS-Mitglied
Rettung aus kritischen Bereich
Transport aus kritischem Bereich
Aufstieg über Anleiterbereitschaft
Arbeit in sehr enger Umgebung
Schlauchpaket
ANTS in Halle
An der Einsatzstelle
Anlegen der Ausrüstung
Transport eines Verletzten in der Korbtrage
Es wird eng...
Fernsteuerbarer Dummy im Medical-Training
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Transport eines Verunfallten