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6. ANTS-Grundlehrgang in Langen

Dass die Atemschutzsicherheit in ausgedehnten oder komplexen Gebäuden kaum mit konventionellen Sicherheitstrupps gewährleistet werden kann, ist ein nicht schönzuredender oder wegzudiskutierender Fakt. Eine schnelle und sichere Rettung eines Atemschutzgeräteträgers aus einem solchen Bereich macht Spezialisten notwendig. Solche wurden bei der Feuerwehr Langen erneut während dem 6. ANTS-Grundlehrgang im Februar ausgebildet. Neben Teilnehmern der Feuerwehr Langen wurden zum zweiten Mal auch Einsatzkräfte für die im Aufbau befindliche Atemschutznotfallstaffel der Feuerwehr Hofheim am Taunus trainiert.

Die wichtigsten Inhalte des Lehrgangs behandeln die Taktik und Technik der Sondereinheit. Dementsprechend werden die Teilnehmer in mehreren Modulen an vier Tagen intensiv auf das Auffinden, Versorgen und Transportieren eines verunfallten Atemschutzgeräteträgers vorbereitet.

„Eine solche Atemschutznotfallstaffel ist nichts anderes wie ein personell erweiterter und speziell trainierter Sicherheitstrupp gemäß der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7“ weiß Christian Buchold, Leiter der ANTS Langen zu erklären. „Auch wenn wir ein gut funktionierendes Sicherheitstrupp-System für die übliche Bebauung vorhalten, ist die Atemschutznotfallstaffel als letzte Eskalationsstufe ein wichtiger Bestandteil des Atemschutznotfallmanagements. Nur auf diese Weise können wir die Sicherheit unserer Einsatzkräfte während Brandeinsätzen in Untergeschossen, Tiefgaragen oder Gewerbebereichen gewährleisten.“

Einsatzbeispiele, bei denen die Langener Brandschützer in komplexen oder weitläufigen Bereichen tätig sind, gibt es genügend. Grund genug, die Mitglieder der Sondereinheit auf genau diese Situationen vorzubereiten. Der große Vorteil ist, dass solche Atemschutznotfallstaffeln nicht in jeder Kommune erforderlich sind, da sie, wie auch andere Sondereinheiten, kreisweit zur Verfügung stehen sollten. Im Kreis Offenbach bieten die ANTS-Einheiten aus Rodgau und Langen das System des erweiterten Sicherheitstrupps auf interkommunaler Ebene an.

Effektive Vorgehensweise

Die Abschlussübung des Lehrgangs beweist, dass das Konzept hoch effektiv ist. Eine Einheit, bestehend aus Einsatzkräften der Feuerwehren Hofheim und Langen, muss einen verunfallten Atemschutzgeräteträger aus dem 3. Untergeschoss retten. Dabei liegt er nach einem Sturz durch ein Gerüst in exponierter Lage. Gezielt und zügig bewegt sich die Einheit vorwärts. Mehr als 50 Treppenstufen runter, 60 Meter tief in das Gebäude. Der bewusstlose Verunfallte wird bereits nach wenigen Minuten gefunden, mit Atemluft versorgt, um das Zeitfenster zu erweitern, und gemeinsam mit seinem Trupppartner aus dem Gefahrenbereich gerettet

Dabei muss die Einheit erneut 50 Stufen passieren; diesmal allerdings aufwärts und mit Patienten in der speziellen Schleifkorbtrage. Die Dauer der Rettung, von Aktivieren der ANTS bis zum Verlassen des Gebäudes beträgt gerade einmal 30 Minuten.  „Eine hervorragende Zeit, die unter den baulichen Bedingungen kaum besser sein könnte“ freut sich Buchold. Er erklärt den Teilnehmer zudem „Die Simulationen sind indes nicht unrealistisch. Wir befinden uns in Bereichen, in denen tatsächlich bereits reale, intensive
Atemschutzeinsätze notwendig waren“. Neben den Langener Ausbildern sind auch Vertreter der Feuerwehr Hofheim und der Langener Stadtbrandinspektor Frank Stöcker zur Abschlusssimulation erschienen.

Interkommunale Sondereinheit

Frank Stöcker freut sich über die gezielte Zusammenarbeit innerhalb des Kreises und über dessen Grenzen hinaus: „Solche interkommunalen Lehrgänge sind für den Erfahrungsaustausch und die Abstimmung untereinander sehr wichtig. Überhaupt erzielen wir mit der ANTS in Hinblick auf die interkommunale Zusammenarbeit einen tollen Synergieeffekt, da wir damit nicht nur für mehr Sicherheit der Einsatzkräfte in Langen beitragen, sondern eben auch für umliegende Feuerwehren zur Verfügung stehen. Diese übernehmen im Gegenzug andere Sonderaufgaben, welche wir wiederum in Anspruch nehmen.“

 

Bilder von M. Rauch (FW Hofheim)

ANS6Lehrgang
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