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Eine der am meisten belasteten hessischen Freiwilligen Feuerwehren

Hier geht es zum Jahresbericht: FW Langen Jahresbericht 2018.pdf

Ruhige Jahre gibt es bei der Langener Feuerwehr bekanntlich keine. Das Jahr 2018, welches der Stadtbrandinspektor Frank Stöcker während der diesjährigen Jahreshauptversammlung revuepassieren ließ, stach allerdings mit einigen Besonderheiten heraus.

Aus Sicht der Einsatzplanung hatte die 8 monatige Brückensperrung das Jahr fest im Griff. Da aufgrund der Bauarbeiten die wichtigste, weil kürzeste Verbindung in die westlichen Stadtteile wegfiel, mussten die Verantwortlichen von Feuerwehr und Stadtverwaltung mehrere Maßnahmen umsetzen, um die Gefahrenabwehr in Oberlinden und Neurott garantieren zu können. Neben angepassten Arbeitszeiten des Personals auf der Feuerwache zuzüglich mehrerer Bereitschaften durch ehrenamtliches Personal und ausgewiesenen Anfahrtsrouten, die als Rettungswege eingestuft wurden, unterstützte die Egelsbacher Feuerwehr bei kritischen Einsatzlagen in den betroffenen Stadtbereichen. Hierdurch rückten die Nachbarfeuerwehr zu mehr als 80 Einsatzstellen in den Langener Westen aus. Damit steigerte sich deren Einsatzaufkommen um mehr als 70% im Vergleich zum Jahresdurchschnitt. „Das alles leistete die Egelsbacher Feuerwehr unentgeltlich“ betont Frank Stöcker und bedankt sich bei den Nachbarn für die hervorragende interkommunale Zusammenarbeit.

Eine weitere wichtige Maßnahme war der Interimsstandort in der Friedrich-Ebert-Straße. Hier wurde eine Zeltwache aufgestellt, in der ein Löschfahrzeug untergestellt wurde. Im Bedarfsfall fuhren Einsatzkräfte mit dem Mannschaftstransportwagen an die Fußgängerüberführung in der Thomas-Münzer-Straße, überquerten diese zu Fuß und besetzten das Fahrzeug der Zeltwache. Das sparte häufig bis zu 2 Minuten Fahrzeit. Alle Maßnahmen führten letztlich dazu, dass die Einsatzstellen im westlichen Stadtbereich erfolgreich abgearbeitet werden konnten.

Im Berichtsjahr mussten die Langener Einsatzkräfte zu 710 Einsätzen ausrücken. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zum Landesdurchschnitt. So rücken die 2.491 einzelnen Feuerwehren in Hessen im Jahresdurchschnitt zu 14 Einsätzen aus. Die Einsatzbelastung der Langener Feuerwehr liegt gegenüber dem Landesdurchschnitt dementsprechend bei dem 50-fachen.

Das macht eindrucksvoll deutlich, in welchem Maß die Feuerwehrangehörigen der Langener Feuerwehr gefordert werden. „Unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte werden teilweise um das 100-fache mehr belastet, als ihre hessischen Kameradinnen und Kameraden“ betont Stadtbrandinspektor Frank Stöcker.

Überdurchschnittlich ist auch die Zahl von Brandeinsätzen, insbesondere in Gebäuden. Nicht selten konnte die Feuerwehr Menschen im letzten Augenblick aus verrauchten Wohnungen retten. Hinzu kommt, dass es oft in ausgedehnten Objekten brennt, wie beispielsweise in Wohnhochhäusern. Oft war es nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr möglich, Sachwerte und Existenzgrundlagen vor Bränden zu schützen. Dass die Einsätze oft mit einem hohen Risiko für die Einsatzkräfte verbunden sind, belegte ein Kellerbrand in der Bahnstraße. Hierbei stürzte ein Atemschutzgeräteträger im Gefahrenbereich eine Treppe runter und verletzte sich schwer.

Über das Ganze Jahr kam es zu Gartenhütten- und sonstigen Bränden. Während der trockenen Sommerzeit brannte es zudem häufig im Wald und auf Feldern.

Einen Großteil des Einsatzaufkommens nahmen Technische Hilfeleistungen in Anspruch. Neben vielen überschaubaren Lagen kam es auch zu arbeitsreichen Einsätzen. Hierzu zählten beispielsweise Austritte von Gefahrgut, Personensuchen am und im Langener Waldsee sowie einem Radlader, der auf die vielbefahrenen Schienen zu stürzen drohte und von der Feuerwehr zügig gesichert und geborgen werden musste.

Bei einigen Verkehrsunfällen mussten verletzte Personen aus den verunfallten Fahrzeugen befreit werden. Ein Fahrer verlor nach einem medizinischen Zwischenfall die Kontrolle über seinen PKW und stieß durch die Wand der belegten Dialyse-Einrichtung am Asklepios-Klinikum.

Nach einigen kleineren Sturmereignissen kam es am 23. September aufgrund eines Unwetters zu einer ausgewachsenen Flächenlage mit abgedeckten Dächern, umgestürzten Bäumen und zerstörten Fahrzeugen. Im Ergebnis mussten über zwei Tage lang rund 180 Einsatzstellen abgearbeitet werden; es entstanden Schäden in Millionenhöhe. Die Feuerwehren aus Egelsbach, Dreieich, Neu-Isenburg, Dietzenbach und Heusenstamm unterstützten die Langener Feuerwehr. Das DRK versorgte die Einsatzkräfte.

Einsätze, die von Wetterereignissen ausgelöst werden, nehmen zu. Das ist eine von vielen Herausforderungen, welchen sich die Feuerwehr Langen in Zukunft gegenüber sieht.

Rückblickend auf das Einsatzjahr kann Frank Stöcker von 151 geretteten Personen berichten. Auf der Seite der Feuerwehr haben sich drei Einsatzkräfte verletzt.

Ein besonders entscheidendes Thema nimmt zukünftig die Schutzzielerreichung ein. Zwar ist der Personalpool mit 116 ehrenamtlichen Mitgliedern der Einsatzabteilung sehr gut aufgestellt. Allerdings betont Frank Stöcker seit Jahren, dass es insbesondere während der üblichen Arbeitszeiten an ehrenamtlichen Einsatzkräften mangelt. „Klar ist, dass das nicht an der Motivation liegt. Es arbeiten aber nur noch wenige unserer ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen in Langen und die, die in der Stadt arbeiten, können selten von dem Arbeitgeber entbehrt werden“ erklärt Stöcker unermüdlich. Insbesondere müsse hier die Einsatzbelastung eingerechnet werden „[...] denn welcher Arbeitgeber lässt seine Fachkräfte schon 266-mal im Jahr zu Einsätzen weg? So häufig hat es 2018 nämlich während der Arbeitszeit von Montag bis Freitag alarmiert; und das ohne Unwettereinsätze“.

Dabei sei es 2019 dringend nötig, dass sich die Verantwortlichen in der Stadt gemeinsam mit der Feuerwehr zusammensetzen und zukunftsorientierte Lösungen entwickeln. Das belegt die Auswertung der prozentualen Schutzzielerreichung. Es gilt die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, die bei kritischen Einsatzlagen fordern (also immer dann, wenn Gefahr in Verzug ist), dass innerhalb von zehn Minuten mindestens sechs qualifizierte Einsatzkräfte vor Ort sind, um wirkungsvolle Maßnahmen einzuleiten. Das schafft die Feuerwehr Langen aktuell nur noch in rund 75% der Fälle. „Das bedeutet nicht, dass die Feuerwehr immer zu spät an der Einsatzstelle erscheint, wir sind aber an fast 100 Einsatzstellen tagsüber schlichtweg unterbesetzt gewesen“ erklärt Stöcker. Dabei werden die Einsatzkräfte unter erhöhtem Risiko tätig, da oft das Personal für Sicherungsmaßnahmen oder ähnliche Aufgaben fehlt.

Das Problem war in der Hauptsache auch nicht an der Brückensperrung festzumachen. Bereits im Jahr 2017 lag die Schutzzielerreichung bei unter 80%. Zusätzlich zu dem massiven Einsatzaufkommen steigen die Anforderungen an das Personal auf der Feuerwache jährlich. Neben vorgeschriebenen Prüfungen, Instandsetzungsmaßnahmen und aufwendigen Einsatzvor- sowie -nachbereitungen können viele der gesetzlich vorgegebenen Pflichten nur teilweise, verspätet oder gar nicht erfüllt werden.

Frank Stöcker lenkt in dieser Diskussion den Blick nach Neu-Isenburg. Hier wurde das hauptamtliche Personal der Feuerwache soweit aufgestockt, dass eine planmäßige Abdeckung der gesetzlichen Forderungen für den Einsatzdienst und die allgemeinen Aufgaben einer solchen Feuerwehr möglich ist. Dabei sind die beiden Feuerwehren in Bezug auf die Einsatzzahlen und Schwerpunkte sowie die Einwohnerzahl überwiegend zu vergleichen.

Zu den  Einsätzen, der Einsatzvorbereitung und den allgemeinen Arbeiten kamen im Jahr 2018 zusätzlich 98 Brandsicherheitsdienste während Veranstaltungen und mehrere Bereitschaftswachen, beispielsweise während dem Ebbelwoifest, hinzu. Auch bei den Brandsicherheitsdiensten liegen die Langener mit der 40-fachen Belastung weit über dem Landesdurchschnitt.

Wichtige Schritte für die Zukunft waren im Berichtsjahr die Ersatzbeschaffungen von Einsatzfahrzeugen, welche bereits mit dem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan durch die Stadtverordnetenversammlung 2015 beschlossen wurden, und der Einzug in die Erweiterung der Feuerwache. Damit wurden wichtige infrastrukturelle Grundlagen für die Arbeit der Feuerwehr gesichert.

Als ein Aushängeschild kann man die Ausbildung der Langener Feuerwehr beschreiben. Hier wird besonders großer Wert auf eine kompetenzbezogene Aus- und Fortbildung gelegt. Das ist bei der Anzahl der Einsatzkräfte und der verschiedenen Aufgaben extrem wichtig. Das trifft gleichermaßen auf die Jugendfeuerwehr zu, die seit einem Jahr von Daniel Dauta Brito geleitet wird.

Neben der hochwertigen Standortausbildung darf die interkommunale Zusammenarbeit gelobt werden. Nicht nur, dass eng im Rahmen der Einsatzbewältigung zusammengearbeitet wird. Auch die Ergänzung von spezieller Technik oder der gemeinsamen Bildung von Sondereinheiten, wie dem Gefahrgut-Zug des Westkreises, der von den Feuerwehren Neu-Isenburg und Langen formiert wird, sind effektive und gute Schritte der Kooperationen zwischen Langen und Egelsbach, Dreieich, Neu-Isenburg sowie Rodgau.

Zudem ist das Wissen der Atemschutznotfallstaffel Langen weiterhin sehr gefragt. Neben einem Fachbuch, welches von Langener Einsatzkräften verfasst wurde, fand in Langen ein Lehrgang für die Feuerwehr Hofheim statt.

Der Gesamtaufwand, welchen die Feuerwehr Langen betreibt, ist extrem groß. Für eine ehrenamtliche Feuerwehr ganz deutlich überdurchschnittlich; fraglich, wie lange diese Belastung durch das Ehrenamt noch getragen werden kann. Und die Prognose ist klar:  die Anforderungen durch Einsätze, Stadtentwicklung und gesetzlichen Vorgaben steigen kontinuierlich.

Die Stadtbrandinspektion bedankte sich für die hervorragende Arbeit bei allen Feuerwehrangehörigen.

Zum weiteren Ablauf

Bürgermeister Frieder Gebhardt nutzte die Gelegenheit und dankte den Langener Brandschützern für die Arbeit des vergangenen Jahres. Er hob den besonderen Stellenwert „seiner“ Feuerwehr hervor und attestierte, dass er auf das, was hier geleistet wird, besonders stolz sei.

Thomas Peters, der stellvertretende Kreisbrandinspektor des Kreises Offenbach, untermauerte die Argumente Stöckers mit weiteren Ausführungen rund um den Aufwand, den Feuerwehren in der Größenordnung Langens oder Neu-Isenburg betreiben müssen. Umso mehr freuten sich Peters, der Bürgermeister Frieder Gebhardt, Frank Stöcker und Christian Buchold im Anschluss und als besondere Wertschätzung einige Beförderungen und Ehrungen durchführen zu dürfen.

Neben dem Jahresbericht der Stadtbrandinspektion informierten die Leiter von Jugend- und Kinderfeuerwehr über die Aktivitäten aus 2018. Beide Abteilungen haben einen besonderen Stellenwert und sichern die wichtigste Nachwuchsquelle der Einsatzabteilung. Mit 43 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr und 15 Kindern in der Kinderfeuerwehr sind beide Abteilungen gewohnt gut aufgestellt.

Der Aufwand, insbesondere der Jugendfeuerwehrausbilder, bedeutet natürlich zusätzliche Belastungen.

Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr

und damit Beförderungen zur Feuerwehrfrau / zum Feuerwehrmann

Laura Gelzenleuchter

Marc Naujoks

Beförderungen

Vom Feuerwehrmannanwärter zum Feuerwehrmann

  • Annekatrin Schmidt
  • Bobby Clayborn (nicht anwesend, wird nachgeholt)
  • Tobias Reimer (nicht anwesend, wird nachgeholt)
  • Nicolas Sebastian
  • Thorsten Sehring

Vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann

  • Emanuel Adomah
  • Jonas Eisenhauer
  • Vlade Pasic

Vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann

  • Alexander Cameron
  • Lukas Endner
  • Erik Porada (nicht anwesend, wird nachgeholt)

Vom Hauptfeuerwehrmann zum Löschmeister

  • Thomas Zwipp

Vom Löschmeister zum Oberlöschmeister

  • Fabian Auerbach (nicht anwesend, wird nachgeholt)
  • Daniel Dauta Brito
  • Eike Heil (nicht anwesend, wird nachgeholt)
  • Daniel Konhäuser
  • Sebastian Thierfelder

Vom Hauptlöschmeister zum Brandmeister

  • Adrian Emrich
  • Stefan Lenz

Vom Brandmeister zum Oberbrandmeister

  • Christian Buchold

Ehrungen & Jubiläen

Anerkennungsprämien für 10 Jahre aktiven Dienst

  • Michelle Crawford
  • Patrick Fischer
  • Daniel Konhäuser
  • Marco Wagner

Anerkennungsprämien für 40 Jahre aktiven Dienst

  • Uwe Fischer
  • Klaus Vogl

25-jähriges Dienstjubiläum

  • Hermann Konhäuser

40-jähriges Dienstjubiläum

  • Torsten Kraus

40-jährige Mitgliedschaft

  • Jürgen Röder
  • Monika Trautmann

60-jährige Mitgliedschaft

  • Alfred Demuth  (nicht anwesend, wird nachgeholt)

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