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Langener Einsatzkräfte verfassen Fachbuch über Sondereinheit

Die Langener Sondereinheit Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel, kurz ANTS, hat seit ihrer Installation eine wichtige Rolle auf nationaler wie auch internationaler Ebene in der Feuerwehrfachwelt übernommen. Kernkompetenz solcher Atemschutznotfallstaffeln (Sammelbegriff) ist die Rettung verunfallter oder in Not geratener Atemschutzgeräteträger während Brandeinsätzen in ausgedehnten oder komplexen Gebäuden. Regelmäßig informieren sich Feuerwehren über das vollumfängliche Konzept aus Langen.

Das große Interesse an der Aufstellung einer derartigen Sondereinheit und die Tatsache, dass das Thema in der Fachliteratur bis dahin nur limitiert behandelt wurde, veranlassten den Leiter der Langener ANTS Christian Buchold und den Feuerwehrarzt Dr. Frank Naujoks dazu, alle relevanten Punkte und Taktiken in einem Werk zusammenzufassen.

Neben der Übersicht zu Taktiken, Einsatzgrundsätzen, Ausbildung sowie speziellem Gerät werden Möglichkeiten zur Bedarfsplanung und Varianten der Aufstellung einer solchen Sondereinheit vorgestellt. Zusätzlich wird in einem Kapitel die Notwendigkeit einer Atemschutznotfallstaffel aus notfallmedizinischer Sicht betrachtet.

Das Werk soll Verantwortlichen, Ausbildern und interessierten Feuerwehrangehörigen als Grundriss und Orientierungshilfe für die Weiterentwicklung vom Sicherheitstrupp zur Atemschutznotfallstaffel dienen.

Die Autoren möchten herausstellen, dass die Leistungsfähigkeit des regulären Sicherheitstrupps an den Dimensionen der konventionellen Bebauung ausgerichtet ist. In ausgedehnten Brandobjekten ist die Leistungsgrenze entsprechend schnell erreicht, was einen personell verstärkten, besonders trainierten und speziell ausgestatteten Sicherheitstrupp, also eine Atemschutznotfallstaffel erforderlich macht.

Weiterhin soll das Vorurteil entkräftet werden, solche Einheiten würden ausschließlich von Berufsfeuerwehren gestellt werden können und auch nur bei diesen benötigt werden.

„Ausgedehnte Objekte gibt es nicht nur in Großstädten oder urbanen Regionen, wie bei uns im Rhein-Main-Gebiet. Auch im ländlichen Raum werden Feuerwehren mit Brandeinsätzen in Objekten, die sich aufgrund ihrer Größe deutlich von der „üblichen“ Bebauung unterscheiden, konfrontiert“ argumentiert Buchold.

Dabei orientiert sich der Bedarf solcher Atemschutznotfallstaffeln an ähnlichen Punkten wie die Vorhaltung anderer Sondereinheiten, beispielsweise von Gefahrstoffzügen. Aus Sicht der Autoren ist die Einheit also nicht bei jeder Feuerwehr notwendig. Für die Zukunft wäre es allerdings wünschenswert, dass zumindest in jedem Landkreis eine Atemschutznotfallstaffel verfügbar ist, sodass im Bedarfsfall die Möglichkeit der Nachforderung besteht.

„Die Umsetzung im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wäre also gleichermaßen sinnvoll und realistisch“ ergänzen die Autoren. Weiter stellen sie aufgrund der Erfahrungen in Langen fest, dass „die mit der Aufstellung und dem Training verbundenen Synergieeffekte innerhalb einer Feuerwehr einen überaus positiven Effekt erzielen!“

Neben den Erfahrungen der Langener ANTS flossen viele Bestandteile anderer Atemschutznotfallstaffeln, beispielsweise aus Dortmund, Rodgau oder Kempen, in das Werk ein.

Das Buch ist mit der ISBN 978-3-609-69362-0, in der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ des ecomed-Storck Verlages erschienen.

Buchold Naujoks
ANS ecomed